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Dienstag, 27. Dezember 2011

Neue Erkenntnisse zu Wulff

Wulff, der; -s, -e nichtssagender, glitschig schwarzer Lauwarmwasserzierfisch. Lebt zinsgünstig in Symbiose mit Kredithaien, vornehmlich im Schutz von Austeilbanken mit deren Hilfe er den so genannten Wulffsbau errichtet.
Häufig auch in Gesellschaft von Wirtschaftskrimellen und Nuscheln anzutreffen.
Umgibt sich gerne mit exotischen Lebensformen zum Zwecke der Tarnung.
Sondert bei Gefahr farb-, geruch- und bedeutungsloses Sekret ab, das so genannte Gefasel.
Hauptnahrung: Lebt als Schmarotzer auf Kosten des großen, plumpen Wahltölpels.
Der Wulff ist trotz seines moderaten Erscheinungsbildes ungenießbar. Der Verzehr führt zu Ekel und Übelkeit, in seltenen Fällen unkontrollierten Wutanfälle, Schreikrämpfen und körperlichen Schmerzen.

  • sich einen Wulff laufen: Bei korruptem Geklüngel erwischt werden und so lange herumwulffen (siehe dort), bis man jegliche Glaubwürdigkeit verloren hat.
  • herumwulffen: [auch ugs. rumwulffen] nur zugeben, was bereits bekannt ist (Synonym: sich verguttenbergen)
  • Wulff-Konditionen: Kredit-Zins zwischen 0,9 und 2,1%
  • anwulffen: Zu Wulff-Konditionen geliehenes Geld geschickt anlegen. [Bsp. Geld anwulffen].
  • Omega-Wulff: Rudeltier, das im Ansehen ganz unten steht.
[aus Hullihullis Enzyklopedia Galaktika, Paris/Saarlouis/Bagdad, 2011. Kapitel 23: Tiere und andere Lebensformen der unmäßigen Zone, (c) jlx 2011 / www.saar-nur.blogspot.com]

Mittwoch, 6. Oktober 2010

2 nicht-rhetorische Fragen zu aktuellen Ereignissen...

1. Stuttgart 21 und der Umgang der Mächtigen mit der Macht:
Kann man ein Wertesystem verteidigen, indem man es abschafft? (Ilija Trojanow)

2. Pakistan: Auf welcher Rechtsgrundlage werden deutsche Staatsbürger, die von den USA für Terroristen gehalten werden, ohne Verfahren und Verurteilung getötet?

Mittwoch, 28. Juli 2010

Lie or Die...

Drama Loveparade: Medien trommelten fürs Revier - UPDATE 27.7.
Abgelegt unter: Medien Richard Schnabl um 23:32

Wurde die Stadtverwaltung von Duisburg von Medien unter Druck gesetzt, bei der Sicherheit nicht so kleinlich zu sein und trotz Warnungen den Veranstaltungsort zu genehmigen? Am Tage nach dem Unglück wird diese berechtigte Frage von vielen gestellt. Dass ein abgezäuntes Gelände, welches eine Kapazität von 250.000 Personen hat, für ein Event gewählt wird, das regelmäßig über eine Million Teilnehmer anzieht, ist schon abenteuerlich genug. Dass aber dieses Gelände über nur einen Zugang, der gleichzeitig auch Ausgang ist, verfügt und dieser auch noch ein Tunnel ist, macht die Sache unbegreiflich. Jeder halbwegs mit Großveranstaltungen befasste Verwaltungsdezernent hätte diese Gefahr erkennen müssen. 2009 lehnte Dortmund die Loveparade wegen Sicherheitsbedenken ab. Jetzt wird der Verdacht geäußert, dass bestimmte Medien für Duisburg getrommelt haben und die Veranstaltung unbedingt haben wollten. Das Großereignis sollte nicht wieder von “Bedenkenträgern kaputtgemacht” werden. Genannt werden Bild, WAZ und der WDR. (TAZ)

UPDATE 27.7.:Negativ aufgefallen ist mal wieder der Boulevard. Erst wurde unverhohlen für die Parade getrommelt, jetzt wird “gezielt die Sensationslust … bedient”, kritisiert der DJV. Bild schrieb: “Die Leiche eines jungen Ravers liegt abgedeckt im Müll” und zitiert eine junge Frau: “Auf meinen Beinen lagen zwei Leichen”. Beim Deutschen Presserat in Berlin sind inzwischen 140 Beschwerden zur Berichterstattung über die Massenpanik bei der Loveparade eingegangen. Bis auf drei Ausnahmen wenden sich die Schreiben gegen das Boulevardblatt Bild sowie dessen Internetauftritt. (Horizont.net)

Quelle: http://www.berliner-journalisten.com/

Montag, 5. Juli 2010

Hubert, König der Demokratie

Und hier aus unserer Rubrik "Oberdemokrat Hubert" die aktuelle PM zum Rauchverbot in Bayern. Dass 37,7 Prozent der Wähler an dieser Abstimmung teilgenommen haben und es somit schwer fällt, von Mehrheiten zu reden, haben die Grünen ganz vergessen zu erwähnen! [Aber bekanntermaßen macht der Hubert seine Umfragen ja eh selbst. So hat er neulich im SR eine "Umfrage" zitiert, nach der 80 oder 90 Prozent der Saarländer seinen Nichtraucherschutz gut finden. Wahrscheinlich das Ergebnis einer intensiven Selbstbefragung...]
Bei dieser Wahlbeteiligung sind in Bayern nachgewiesenermaßen noch nicht mal 23 Prozent für den scharfen Nichtraucherschutz... wer das (s.u.) für "mehr als deutlich" hält, der glaubt auch an den Ostermann... äh den Weihnachtshasen...


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PRESSEDIENST
Saarbrücken, 05. Juli 2010 Volksentscheid Bayern: wichtiges Signal für Nichtraucherschutz
Zum Volksentscheid in Bayern über das absolute Rauchverbot in der Gastronomie erklärt der Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich: „Wir freuen uns über den Ausgang des Volksentscheids. Das Ergebnis ist mit 61 zu 39 Prozent mehr als deutlich. Das bestätigt, was auch frühere Umfragen bereits ergeben haben: eine deutliche Mehrheit in der Bevölkerung befürwortet ein Rauchverbot in der Gastronomie zu Gunsten des Nichtraucherschutzes. Bayern bekommt jetzt das strengste Nichtraucherschutzgesetz bundesweit. Das hat Signalwirkung und wird die öffentliche Debatte in den Ländern und auch im Bund noch einmal neu entfachen. Der Volksentscheid ist nicht nur ein Erfolg für den Nichtraucherschutz sondern auch für die Bürgerbeteiligung und damit für die Demokratie.“ Ulrich verwies darauf, dass das von der Grünen-Fraktion initiierte saarländische Gesetz ebenfalls einen umfassenden Schutz der Nichtraucherinnen und Nichtrauchern vorsehe. Der Verfassungsgerichtshof habe das Gesetz zwar vorläufig gestoppt, Ulrich gehe aber davon aus, dass die endgültige Entscheidung zu Gunsten des Nichtraucherschutzes ausgehen werde. Das Gericht habe selber in einem früheren Urteil entschieden, dass der Landesgesetzgeber ein absolutes Rauchverbot in der Gastronomie erlassen könne und der Gesundheitsschutz den höchsten Stellenrang habe. Unverständnis äußerte Ulrich in diesem Zusammenhang noch einmal zur Ankündigung des Verfassungsgerichtshofs, in diesem Jahr keine Entscheidung mehr treffen zu wollen. Damit nehme das Gericht eine Hängepartie bis ins nächste Jahr in Kauf. „Die Verzögerung der Entscheidung verlängert unnötig die Unsicherheit nicht nur für die Nichtraucherinnen und Nichtraucher sondern auch für die Gastwirte.“ so Ulrich abschließend.

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Montag, 8. Februar 2010

Wir freuen uns schon!



PRESSEDIENST

Saarbrücken, 08.02.2010

Grüne: konsequenter Nichtraucherschutz wird umgesetzt

Am kommenden Mittwoch wird in der Plenarsitzung die Änderung des Nichtraucherschutzgesetzes in Zweiter Lesung beschlossen. Zweck der Änderung ist die Verbesserung des Nichtraucherschutzes durch Streichung der Ausnahmen für Gastronomiebetriebe. Mit der Änderung setze die Grünen-Landtagsfraktion eines ihrer Wahlversprechen um.

Der Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich, erklärte hierzu: „Wir haben uns immer für ein konsequentes Rauchverbot auch in der Gastronomie eingesetzt. Dies wird mit der Änderung des Nichtraucherschutzgesetzes jetzt auch in die Tat umgesetzt.“ Ab dem 01. Juli diesen Jahres gelte in allen Gastronomiebetrieben das generelle Rauchverbot. Zudem würden die Strafen für die Gastwirtinnen und Gastwirte, die gegen die Regelungen verstießen, erhöht. Diese könnten im Wiederholungsfalle statt mit einem Bußgeld von bis zu 1000 Euro dann mit einem Bußgeld bis zu 2000 Euro belangt werden. Außerdem müssten sie ab einem dreimaligen Verstoß mit der Entziehung ihrer Gaststättenerlaubnis rechnen. Klar gestellt sei in dem Gesetz nun auch, dass das Rauchverbot ebenfalls in Spielhallen und Spielcasinos gelte, in denen eine Gaststätte betrieben werde.

Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, sei im Rahmen des Anhörungsverfahrens auch geprüft worden, ob eine zeitlich begrenzte Ausnahme für Gastronomiebetriebe, die Investitionen zur Einrichtung von Raucherräumen getätigt hatten, vorgesehen werden müsse. Aus Gründen der Rechtssicherheit sei hier eine entsprechende Ausnahmeregelung getroffen worden. Diese gelte aber nur in sehr eng begrenzten Fällen und werde nur auf Antrag durch das Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr erteilt. Gaststätten, die im Zeitraum vom 21. November 2007 bis zum 18. November 2009 bauliche Veränderungen zur Einrichtung eines Raucherraumes vorgenommen hätten, könnten bis zum 30. April 2010 eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Diese gelte dann aber maximal bis zum 01. Dezember 2011. „Wir gehen davon aus, dass nur sehr wenige Gaststätten überhaupt antragsberechtigt sein werden. Es muss dezidiert nachgewiesen werden, dass tatsächlich bauliche Maßnahmen vorgenommen worden sind.“ so Ulrich.

Das wäre das erste Gesetzt seit... ich weiß nicht mehr wann... das juristisch und handwerklich sauber von einem Parlament vorbereitet und beschlossen wurde! Das liegt mitunter auch daran, dass die Kaste der Politiker immer "professioneller" wird. Es wird mit Sicherheit der dezidierte Nachweis gefordert werden, ob das Gesetz auch tatsächlich diesen Namen verdient.

Ich freue mich schon auf die Klagen!!!

Derweil habe ich mir schon ein paar Fußmatten mit der Aufschrift: "I love Hubert" bestellt!


Montag, 25. Januar 2010

I love Sonnenblumen


Und schon kriegen die Grünen Pippi in die Hose... Wer lesen kann, der lese! Jeglicher Kommentar über den Realitätssinn der Saar-Grünen erübrigt sich!




PRESSEDIENST
Saarbrücken, 25.01.2010

Grüne weisen Vorwürfe des "Aktionsbündnis Sonnenblume" zurück




Der Generalsekretär der Saar-Grünen, Markus Tressel, erklärte zu den gegen den Landesvorstand der Saar-Grünen erhobenen Vorwürfen: "Der Koalitionsvertrag wurde vom Grünen-Parteitag mit einer überdeutlichen Mehrheit von nahezu 90 Prozent der Delegierten angenommen. Der Entscheidung für die Jamaika-Koalition war ein mehrwöchiger Diskussionsprozess innerhalb der Partei vorangegangen. Dieses Verfahren undemokratisch zu nennen, lässt jeglichen Realitätssinn vermissen."



Die Transparenz in den Parteigremien und in den Entscheidungsprozessen sei gegeben. Allerdings hätten sich dort diejenigen, die jetzt in der Öffentlichkeit Kritik äußerten, bisher nicht eingebracht. "Die Sitzungen des Landesvorstandes sind für alle Mitglieder offen." so Tressel. Die Mitglieder des Aktionsbündnisses hätten bisher aber nicht das Gespräch mit dem Landesvorstand gesucht. Es sei jedem Mitglied unbenommen, sich in den Gremien und Arbeitsgruppen der Partei zu beteiligen. Viele Mitglieder würden dies auch tun und konstruktiv an den Entscheidungsprozessen teilnehmen. Auch das "Aktionsbündnis Sonneblume" sei eingeladen, sich hier aktiv einzubringen. "Es ist jedem Mitglied selbst überlassen, ob es persönlich die Mehrheitsentscheidungen der Partei mitträgt oder nicht. Man sollte sich dann allerdings mit diesen Fragen sachlich und politisch auseinandersetzen und nicht auf die vom Aktionsbündnis gewählte Art und Weise." so Tressel abschließend.


...

Und wer nicht Hubert Ulrichs Meinung ist, wird konsturkitv als "kranker Vollidiot" bezeichnet oder im ganzen Satz mit dem "Schwätzt Scheiße"- oder "Hat kään Ahnung!"-Argument überzeugt. Also mehr geht nun wirklich nicht!

Das wird Schlecker

Interessant dürfte die weitere Berichterstattung zum Thema Fire&Hire bei Schlecker (also rauswerfen und dann über Leihfirmen wieder zu bedeutend schlechteren Konditionen einstellen) in der Tagespresse behandelt wird, da so mancher Zeitungsverlag genau diese Politk ebenfalls praktiziert... Es bleibt spannend!

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Steuerschenkung

Politsche inszenierung im öffentlichen Raum:

Die Regierung will die Steuersenkung ja eigentlich, aber die bösen Länder sind dagegen. So kommt man sauber aus der Sache raus und bis die Steuersenkungsgegner wie beispielsweise Peter Müller, der gerade erst wieder (Danke Grüne!) zum Ministerpräsidenten im Saarland gewählt wurde, wieder zur Wahl steht, erinnert sich da kein Wähler mehr daran...

Das Parlament winkt die Steuersenkung durch, dann kommt noch ein bisschen Kasperletheater aus der Pupsburger Augenkiste und dann scheitert es am Bundesrat. Alleine das Wort scheitern ist schon wunderschön... und wird natürlich von der Journaille ungebremst übernommen (siehe auch "Informationspanne").

So etwas ist eine Inszenierung par excellence... keine besonders pfiffige, aber immerhin. Die guten Zeiten, als Politik noch etwas mit geistiger Elite zu tun hatte sind spätesten seit der Ära Schmidt vorbei!

Geschenkt!

Montag, 7. September 2009

Es Leben die Demokratie (Reloaded)


Folgendes Abhörprotokoll wurde in einem Drucker am äußeren Rand den Mandschurei gefunden und gelangte über unbekannte Kanäle in die Öffentlichkeit. Es handelt sich hierbei um einen Telefonmittschnitt zwischen einem gewissen Müller Peter (MP) und Wendelin von Boch (VB), das kurz nach Landtagswahl geführt wurde.

MPPM: "Unn?"
WVB: "Gutt!"
MPPM: "Noch!"
WVB: "Wieso?"
MPPM: "Ei, denk doch mal nach: Wir sind jetzt seit zehn Jahren an der Regierung und bauen nur Scheiß und du baust Kloschüsseln... Und jetzt könnten wir die Macht an die Kommunisten verlieren! Das darf - auch in deinem Interesse - nicht passieren!!!
WVB: "Du hast Recht! Ich kümmere mich darum!"

Hier bricht die Aufzeichnung ab! Unmittelbar nach diesem Gepsräch trat V&B mit der Drohung an die Öffentlichkeit, im Falle einer rot-rot-grünen Regierung im Saarland, nach Luxemburg auszuwandern...

Setsam, aber so steht es geschrieben...

Mittwoch, 2. September 2009

Es lebe die Demokratie...

... aber dann bitte keine halben Sachen!

Liebe Fima V&B,

so geht das nun wirklich nicht. Wenn man als Unternehmer mit einer Wahlstimme nicht auskommt, dann versucht man es eben anders. Vom Ansatz her ja gar nicht schlecht: Wenn es zu rot-rot-grün im Saarland kommt, dann wandern wir aus!!! Toll! So funktioniert Demokratie also, aha.

Aber warum denn so sachlich? Wenn schon drohen, dann richtig...Wenn es zu rot-rot-grün im Saarland kommt, dann erschießen wir diesen Hund... und anschließend machen wir eine Kloschüssel aus ihm!

Das wirkt bestimmt noch besser!!!

Mit demokratischem Gruß

Ihr Hullihulli

Guckst Du!

Freitag, 14. August 2009

Es lebe die Pressefreiheit!!!

PRESSEMITTEILUNG Berlin, 5. August 2009
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Die taz boykottiert Berichterstattung über Leichtathletik-
Weltmeisterschaft


Kein Ereignis ist wichtig genug, um für eine Berichterstattung die Grundregeln der Pressefreiheit zu verraten. Deshalb hat sich die in Berlin erscheindene tageszeitung (taz) entschieden, über die Leichtathletik-Weltmeisterschaft, die am 15. August in Berlin beginnt, nicht zu berichten.

Wie schon bei der Fußball WM 2006, müssen JournalistInnen, um eine Akkreditierung für die WM zu bekommen, einer umfassenden Überprüfung ihrer persönlichen Daten zustimmen. Genutzt werden dabei Datensammlungen der Polizei des Bundes und der Länder bis hin zu Informationen des Verfassungsschutzes sowie des Bundesnachrichtendienstes.

Die taz versteht das als massiven Eingriff in das Gebot der Pressefreiheit. Wenn ein Journalist nachweisen kann, dass er ein Journalist ist, hat er das Recht seiner Arbeit nachzugehen. Jegliche Einschränkungen sind aus guten Gründen nicht geboten.

Die Datenerhebung wird nicht nur zu einer rechtswidrigen Auflage gemacht, um eine Arbeitsgenehmigung im Olympiastadion zu bekommen. Dazu kommt, dass privaten Unternehmen, jetzt dem Berlin Organising Committee (BOC), bei der Fußball WM der FIFA, die Daten der Sicherheitsbehörden zur Verfügung gestellt werden. Es sind dann schließlich diese Privatunternehmen die entscheiden, wem es erlaubt wird, das Stadion zu betreten und wem nicht. Auch dafür gibt es keinerlei Rechtsgrundlage.

Diese so genannten Zuverlässigkeitsprüfungen sind ein weiterer Beleg dafür, dass unter dem Deckmäntelchen Sicherheit die Rechte von JournalistInnen immer weiter eingeschränkt werden. Nachdem die Überwachung von Telefon- und Internetdaten deutlich ausgeweitet wurde, werden Pressevertreter bei Großveranstaltung offensichtlich immer häufiger gezwungen, einem Personencheck zuzustimmen, wenn sie ihre Arbeit machen wollen.

Dieses Spiel macht die taz nicht mit.

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IMPRESSUM
taz Verlag
Rudi-Dutschke-Strasse 23
10969 Berlin

Freitag, 3. Juli 2009

Adieu Demokratie!!!

http://www.sueddeutsche.de/politik/655/479149/text/

Egal, egaler, am egalsten.

Da ja auch die Wahlen verfassungswidrig waren und es auch (noch) bleiben, ist es nur logisch, dass sich das "Parlament" quasi selbst abschafft!!!

Montag, 8. Juni 2009

Nulltiple Choice

Es ist mehr als Schade, dass der Nichtwähler per se als politisch uninteressiert abgetan wird. Das ist gerade für die politische Kaste die bequemste Erklärung, denn dann muss man sich nicht mit dem Kern des Problems auseinander setzen. Denn eigentlich ist es doch so, dass ein politisch interessierter Mensch überhaupt nicht mehr zur Wahl gehen kann und genau andersherum der Wähler, der noch immer zur Wahl geht, politisch und intellektuell gänzlich abgestumpft sein muss. Wer dem tagtäglichen Mummenschanz der politischen Kaste noch Beachtung schenkt, kommt zwangsläufig zu dem Schluss, dass hier ein System nur noch um seinerselbst Willen erhalten wird. Mit Demokratie hat das nichts mehr zu tun. So richtig viel Mühe das zu verbergen geben sich auch die Politiker nicht mehr, die je weiter oben in der Hierarchie nur um so korrupter werden. Das ist systemimmanent.

Nun bedeutet ja Wahl eigentlich, dass man mehrere Alternativen hat. Viele empfinden das jedoch nicht so und ihnen bleibt im Prinzip nichts anderes übrig als gar nicht oder ungültig zu wählen. Keine wirklich befriedigende Alternative...

Ein interessanter Schritt, wieder in die richtige - nämlich eine demokratische - Richtung wäre es da, wenn beispielsweise die Wahlbeteiligung direkt in die Besetzung der Parlamente einfließen würde. Bei 60 Prozent Wahlbeteiligung werden eben nur noch 60 Prozent der Sitze besetzt bzw. wenn es die Wahloption "leer" gäbe, mit der man einen leeren Platz wählt. Da jedoch die Parlamentarier (vor allem die Hinterbänkler ;)) kaum ein solches Gesetz erlassen werden, ist eine weitere Alternative die Gründung einer Partei: zum Beispiel die LEERER PLATZ PARTEI DEUTSCHLAND (LLPD). In deren Wahlprogramm stünde nichts weiter, als dass ihre gewählten Vertreter einfach ihr Mandat nicht ausüben werden, die Plätze im Parlament blieben leer! Und die Diäten gingen an einen noch näher zu bestimmenden guten Zweck...

Für viele "unpolitische" Nichtwähler, die daran zu verzweifeln drohen, dass sie ihre kostbare Stimme guten Gewissens keinem Bewerber geben KÖNNEN und die deshalb notgedrungen, mit allen Konsequenzen nicht wählen, wäre das bestimmt eine sehr reizvolle Alternative ihrer politischen Überzeugung Ausdruck zu verleihen. Nämlich, dass sie der momentan agierenden politischen Kaste gar nichts (oder alles, je nach Lesart) zutrauen.

Derzeit bewegt sich die Bedeutung von Wahlergebnisse leider nur noch im Bereich der Bedeutung von Fußballbundesligaergebnissen... das gilt allerdings auch für deren Unterhaltungswert.

Freitag, 15. Mai 2009

Waffenschutzgesetz

Und es begab sich in jenen Tagen, da ging der Schütze zum Minister, hielt ihm die Waffe an Kopf, spannte den Hahn und sagte: "Fühlen Sie sich frei in der Gesetzgebung!"



+++ MERKE:
Es stellt sich grundsätzlich die Frage, ob man mit Menschen, die Freude an Schusswaffen haben, vernünftig reden kann! +++

+++ MERKE: Mit einem Videospiel kann man keine Menschen töten, egal wie verrückt man ist! +++

Donnerstag, 30. April 2009

Lauter Morgen (Weihnachten 2007)


Was zu viel ist, ist zu viel! Das müssen sich wohl der Saarlouiser OB Roland Henz und seine Rathaus-Mannen gedacht haben, als sie an den traditionellen Heiligmorgen in der Saarlouiser Altstadt dachten. Seit nunmehr drei Jahrzehnten ist das ursprünglich vom Humpen ausgehende feucht-fröhliche Treffen von Exilsaarländern, die zur Weihnachtszeit heimkehrten, zu einem 15.000 trinkfreudige Weihnachtsmänner und -frauen zählenden Großereignis angeschwollen. Mit allem, was dazu gehört.

Totale Überfüllung der Altstadt, Glasscherbenteppich, Gegröle, Gedränge, Gequetsche. Der Charme des Heilgmorgens in der Saarlouiser Altstadt war (und ist!), dass dieses Großereignis nie geplant war, sondern auf natürlichem Wege gewachsen ist. Doch was endlos wächst, wird irgendwann zum Monstrum. Und gerade als Altstadtbewohner von ganzem Herzen muss ich zugeben, der Heilgmorgen ist ein solches Monstrum geworden. Leider!

Umso begrüßenswerter ist es – vom Prinzip her –, dass die Stadt nun regulierend eingreifen will. So sind zwei Eckpunkte des neuen Heiligmorgens in Saarlouis, dass es draußen keine Gläser oder Flaschen mehr geben wird, sondern nur noch Papp- oder Kunststoffbecher und es wird eine Eingangskontrolle an allen neuralgischen Punkten zur Altstadt geben, inklusive einer (in jedem Fall verfassungswidrigen Durchsuchung von Rucksäcken und Handtaschen, das darf nämlich niemand einfach so!!!). Einerseits um einer Überfüllung vorzubeugen, andererseits um das Mitbringen von Getränken in Rücksäcken zu unterbinden!

Das Umstellen auf Papp- bzw. Plastikbecher macht insofern Sinn, dass Rettungsfahrzeuge nicht auf halber Strecke mit platten Reifen liegen bleiben, während irgendwo in der Altstadt ihre Hilfe dringend benötigt wird. Gleiches gilt für den Versuch, die Altstadt vor Überfüllung zu schützen, so es denn gelingen mag. Das bleibt abzuwarten. Schade ist in diesem Zusammenhang, dass die Stadt etwas spät mit ihren Neuerungen ankam. So dass beispielsweise ein flächendeckendes Pfand auf die Getränkebecher nicht erhoben werden konnte. Das hätte nicht nur das Müllaufkommen auf den Straßen vermindert, man hätte vielleicht sogar in Zusammenarbeit mit dem Altstadtförderverein einen „Heiligmorgen 2007“ Becher entwerfen können, der möglicherweise ein hübsches Souvenir oder gar Sammlerstück geworden wäre.
Das vielleicht als Anregung für die folgenden Jahre.


Foto: Stadt Saarlouis

Murksmäuschenstill


So geht’s ja nun wirklich nicht, lieber Staat. Den armen Pendlern das Geld klauen, nur weil das Staatssäckel leer ist. Da sagt das Bundesverfassungsgericht klar „Nein!“. Und nicht nur das, es sagt auch unverblümt, dass der Versuch der gesetzlichen Neuregelung der Pendler-pauschale regelrechter Murks war! Das wundert, denn das, was unsere Regierenden uns in letzter Zeit in ihrem Gesetze-Experimentierkasten so zusammengebastelt haben, war doch alles total super und durchdacht. Zum Beispiel das Nichtraucher-schutzgesetz: Erstmal machen! Hau rein, Junge! Mit dem Ergebnis, dass ein Haufen Leute in der Gastronomie ihren Job verloren haben oder Gastwirte ihren Laden gleich dicht machen konnten oder jede Menge Geld aus dem Fenster geworfen haben, um die „gesetzlichen Vorgaben“ zu erfüllen. Jetzt heißt es plötzlich wieder: War alles nur Spaß. Versuch macht kluch! Ok, ein paar Menschen blieben dabei auf der Strecke... dafür gibt’s ja Hartz IV.

Apropos... Wie ist das nochmal mit dem Kindergeld? Ach ja, wer Hartz IV kriegt, bekommt auf der einen Seite mehr Kindergeld und auf der anderen Seite bekommt er es wieder von seinem Hartz IV-Satz abgezogen. Dazu sagte jüngst im Fernsehen ein Politiker: „Da können wir nichts machen! Das ist nun mal so!“ Ach so! Diejenigen, die das Gesetz gemacht haben, können da nichts für und ändern kann man das auch nicht mehr, weil...., äh, weil..., nun... Da fällt mir ein passendes Zitat von Bernd Stromberg („Zu viel Kompetenz macht unsympathisch“) ein: „Kann nicht wohnt ja auch immer irgendwo in der Will-Nicht-Straße!“ Da distanzieren wir uns doch lieber gleich in Oettinger’scher Art von uns selbst (gemeint ist Günther Oettinger, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, und nicht das Bier!).

Es ist schon ein interessantes Phänomen, dass, sobald unsere Politiker ein Gesetz verabschiedet haben, sie nichts mehr damit zu tun haben wollen („Ich war’s nicht!“, Bart Simpson), oder es so darstellen, als handele es sich um ein Phänomen wie die Schwerkraft („Das war schon immer so, das wird so bla-hei-ben!“, beliebiger Karnevalsverein) oder das Wetter („Was soll man da machen? Da kann man nix machen!“, unbekannter Weiser).

Ein buchstäblich gutes Beispiel für diese Wetter-Mentalität ist der nun in aller Munde aufgespannte „Schirm“, der unsere Banken und Konzerne vor der Wirtschaftskrise schützen soll. Ja, einen Schirm benutzt man gegen Regen. Und das Wetter kann man ja bekanntlich nicht beeinflussen, allerhöchstens das Klima, aber das ist eine andere Geschichte. Tatsächlich wird durch die Wahl des Wortes „Schirm“ unterstellt (welch Wortspiel!), die Wirtschaftskrise sei ein Phänomen, das unverschuldet und unvorhersehbar (vor einem Jahr haben alle noch vom Aufschwung gefaselt) über einen hereinbricht. Wer einen Schirm aufspannt und jemanden unter seinen Schirm lässt, der hilft einem armen Menschen, der von einem Unwetter überrascht wurde und seinen Schirm zu Hause vergessen hat. Eher lächerlich wirkt es da, wenn man jemanden unter seinen Schirm winkt, der dann aber dankend ablehnt, mit der Bemerkung in seinem Rolls Royce sei es ja auch schön trocken.

Tatsächlich ist die Situation so widersinnig, als wolle man Petrus persönlich unter seinen Schirm winken... Das Wort „Schirm“ ist gänzlich falsch gewählt. Wenn schon, dann „Gummistiefel“! Die zieht der Bauer nämlich an, wenn er zum Beispiel den Schweinestall ausmistet.
Karikatur: Vicky Kostow Montage: Herr Keller

Montag, 27. April 2009

Pro Reli? Das war wohl nix!

Was hat sich der liebe Gott bloß dabei gedacht, das religiöse und damit per se ehrenwerte und moralisch richtige Ansinnen der Gemeinschaft Pro Reli in Berlin scheitern zu lassen? Ober war es einfach ein Sieg der Vernunft, dass diesmal die (Was-)Gut(-ist-bestimmen-wir-)menschen gescheitert sind, mit ihrem Volksentscheid Religion als Pflichtfach neben Ethik einzuführen und nicht wie bisher, nur als Wahlfach ("Das wählt doch keiner!"). Tja, da hätte man sich doch besser auf die christlichen Werte berufen, die es mit der Demokratie ja nie so hatten und bis heute nicht haben. Volksentscheid, pfff! Was ist denn mit dem guten, alten Gottesurteil? Das kommt eben dabei heraus, wenn man dem Menschen seinen Willen lässt.

Erfreulicherweise ist das Pro-Reli-Begehren abgewählt worden und zwar von einer überwältigenden Mehrheit vernünftiger Menschen, die tatsächlich etwas für das Seelenheil unserer Kinder tun... Oder war Gott vielleicht gerade an dem Tag mit etwas anderem beschäftigt und hatte keine Zeit (hatte quasi eine Allgegenwärtigkeitsstörung), weil er z.B. voll damit beschäftigt war von Mexiko aus eine neue Pandemie auszulösen, der alte Rabauke. Oder vielleicht gibt es ihn gar nicht. Gäbe es einen, er hätte Gewiss das Abstimmungsverhalten der Berliner verändert!!! q.e.d. Das war ja einfach!!! (Grüße an Oolon Coluphid)

Es lebe die Vernunft!

Weitere Infos unter Spiegel-Online
Die Ergebnisse im Einzelnen gibt's unter Wahlen Berlin
Mitfühlende Kommentare bitte unter Pro-Reli
Auch schön: Bild-Blog
Unn noch: Bullshit

Dienstag, 21. April 2009

Jetzt reichts mir aber gleich (~2005)

Hourglass with melting clock
Los, räum’ Dein Zimmer auf!“ Wenn meine Mutter mir früher mit dieser Forderung entgegentrat, antwortete ich in der Regel mit: „Ja, gleich!“ Die Antwort meiner Mutter war ebenso vorhersehbar: „Nicht gleich, jetzt!“ „Ja, jetzt gleich!“ Damals, als ich mein Zimmer weder gleich noch jetzt aufräumte, gab es noch einen – den Familienfrieden durchaus gefährdenden – Unterschied zwischen „gleich“ und „jetzt“. Aber den gibt’s doch heute auch noch, fühlt man sich genötigt zu denken. Jetzt gleich nicht mehr…
Auf der Bedeutungsebene liegt der Unterschied auf der Hand: „Jetzt“ kommt vor „gleich“. Zwischen Gegenwart und jetzt passt nichts mehr, wohingegen zwischen Gegenwart und gleich durchaus noch so einiges Platz findet. Zum Beispiel ein Abendessen wie in „gleich nach dem Abendessen“. Im Fernsehen gelten diese Regeln nicht. Im Fernsehen ist „jetzt“ „gleich“ und „gleich“ „später“. Liest man nämlich in einem Programm-Trailer: „Zärtliche Cousinen...
jetzt“, dann kann man sich getrost noch ein Abendessen zubereiten und zu sich nehmen. Denn die zärtlichen Cousinen kommen nicht jetzt, also sofort. Vorher kommt noch der Rest der laufenden Sendung, dann ist zu lesen „gleich geht’s weiter“, dann gibt’s Werbung, dann kommt der Abspann der laufenden Sendung, dann kommt das Versprechen, dass jetzt tatsächlich die zärtlichen Cousinen kommen, nach nur einem Spot. Dann kommt der eine Spot, dann kommt natürlich noch ein Spot, der mich darüber informiert, dass die nachfolgende Sendung von „Ollobollo Hackfleischbällchen“ gesponsert wird. Und dann habe ich pünktlich zum Beginn der „Zärtlichen Cousinen“ zu Nacht gegessen, bin satt und schalte um, weil ich jetzt eigentlich gar keine Lust mehr auf die „Zärtlichen Cousinen“ habe. Die kommen auch ohne mich klar, zärtlich wie die sind.
Aber die Sprachverwirrung geht gleich noch weiter. Nicht nur, dass „jetzt“ „gleich“ und „gleich“ sonstwas heißt. Unser (jetzt noch) Medienkanzler, der Gerd, hat das mit dem „Jetzt“ und dem „Gleich“ noch etwas verfeinert. Und das geht so: Ihr, also die SPD, sprecht mir jetzt das Misstrauen aus, vertraut mir aber gleich danach wieder so sehr, dass ich im Falle von Neuwahlen als Kanzlerkandidat antrete. Oder noch verwirrender: Wer mir immer schon vertraut hat, misstraut mir jetzt und gleich wieder nicht mehr. Also ist Vertrauen Misstrauen und Misstrauen Vertrauen. Oder wie es die drei Hexen in Macbeth so treffend feststellen: „Fair is foul and foul is fair.“
Man versuche sich diese Argumentation – oder feiner formuliert: diese Dialektik – mal in einer „normalen“ Mann-Frau-Beziehung vorzustellen. Sie: „Willst Du Dir jetzt etwa diesen Soft-Porno anschauen?“ Er: „Gleich!“ Sie: „Jetzt vertraue ich Dir nicht mehr!“ Er: „Das ist der Beweis dafür, dass Du mir immer vertraut hast und mir gleich wieder vertrauen wirst!“ Sie: „Ich will die Scheidung! Jetzt!“ Er: „Aber nur, damit wir gleich wieder heiraten können.“ Sie: „Du verstehst mich nicht mehr!“ Er: „Jetzt vielleicht nicht, aber gleich, ich schau nur grad noch die Werbung fertig, da kommt jetzt nämlich „Zärtliche Cousinen“, Schatz.“ Sie: „Das ist mir gleich!“ Und er: „Jetzt auf einmal!“

No name, no good

Vinyl Ready Art - Holidays
„Das riecht aber sinnlich. Was ist das?“, lasziv legt die junge Frau ihre Hand an den Kragen des Herren. Ihre Lippen sind spröde. „Das darf ich nicht sagen!“, haucht er zurück. Ihre nestelnden Bewegungen, eben noch fummelten ihre langen Finger an der Knopfleiste seines Armani-Hemds herum, kommen zum Erliegen. „Was soll das heißen?“, fragt sie irritiert nach. „Ich darf dir nicht sagen, was es ist?“, sagt er. „Warum nicht? Ist es von Deiner Frau?“ Er beginnt zu flüstern, murmelt irgendetwas von Vorspann. Lauter sagt er: „Ich kann nur so viel sagen: Es ist ein Herren-Parfüm.“ „Willst Du mich verarschen. Los, gib mir die Schlüssel vom Mercedes, ich verzieh’ mich. Muss eh noch einkaufen. Brauchste was aus’m Plus.“ Er schaut sich verschwörerisch um. „Du bekommst die Schlüssel nicht, auch dann nicht, wenn es ein VW, ein Audi oder ein BMW wäre. Außerdem sind die Produkte im Aldi, Lidl, Real, Akkord oder Concord ebenso gut und günstig, wie die im Plus“, sagt er zornig. Sie beginnt zu schluchzen: „Du liebst mich nicht. Du wirst Deine Frau niemals verlassen…
Hast Du ein Tempo?“ „Ich habe auch Zewa und Softies, die sind nämlich auch
reißfest, günstig und gut.“ „Alles klar, das war’s!“, plötzlich hält sie einen Revolver in der Hand „Und noch was!“, blafft sie, „Mein Pulli ist neu und nicht mit Perwoll gewaschen.“ Dann schießt sie. Eigentlich wollte er sie noch darauf hinweisen, dass Ariel oder Persil ebenfalls Fasern und Farben schonen und weißer als weiß waschen, dass ihr Geschirr Kalkablagerungen aufweise, weil
sie nicht mit Pril spüle und sie sich überhaupt dahin scheren könne, wo der Pfeffer wachse – am liebsten aber mit TUI. Doch da war er schon tot.
So könnte ein TV-Krimi in Zukunft aussehen, dann nämlich, wenn durch die EU Schleichwerbung erlaubt wird. Viviane Reding, die EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, hat eine Richtlinie entworfen, die es erlaubt, Filme, TV-Serien – sogar Ratgeber – mit Werbung zu versetzen. Luxusautos, Reiseveranstalter, Konsumgüter sollen dann für Geld ins Drehbuch eingebaut werden dürfen, wenn die Werber im Vorspann genannt werden.
Das wird prima, wenn man die Killer gleich daran erkennt, dass sie – nicht wie die Guten – keine Werbeaufnäher tragen und auch sonst ausschließlich No-Name-Produkte verkonsumieren. „Hüten Sie sich vor dieser Frau, Dr. Watson.“ „Warum, Holmes?“ „Haben Sie ihre Kleidung bemerkt? Nicht ein einziger Sponsoren-Aufnäher!“ „Sie verblüffen mich immer wieder, Holmes. Dabei hätte ich auf die Ehefrau als Mörderin getippt.“ „Aber es war die Geliebte, Watson.
Sehen Sie nur“, Holmes hält ihm seine Fielmann-Lupe hin, „Ihre Lippen sind nicht glossy und shiny, ihre Wimpern sind weder lang noch füllig und… sie sieht so alt aus wie sie ist. Wer keine Marken-Produkte benutzt, muss ein Mörder sein… oder schlimmer.“ „Sie haben wie immer recht, Holmes!“